Hello Wien! oder Was der Wortwitz mit fragwürdigen Feiertagen zu tun hat…

Wenn es um Wortwitze oder -spiele geht, dann bin ich dabei. Immer. Ganz vorn mit dabei sogar. Und so wusste ich es auch zu schätzen als mich ein Kumpel neulich auf ein solches Wortspiel einlud. Wir unterhielten uns etwas zusammenhangslos über den in unseren Kreisen völlig typischen Feiertag Halloween. Kennt doch jeder. Typisch deutscher Feiertag. Kommt gleich nach den anderen, tief in unserer Tradition verwurzelten Feiertagen wie Valentinstag oder Independence Day. Und so fragte er mich:

Was sagte der erste Engländer als er damals die österreichische Hauptstadt betrat?

Hello Wien!

Auch wenn ich weder weiß wie und warum dieser Feiertag sich in unseren Kalender geschlichen hat, noch was wir da eigentlich genau begehen (sollten), so fand ich wenigstens den Wortwitz sofort gut.

Aber natürlich fing ich mich erneut an zu fragen was es mit Hello Wien eigentlich auf sich hat. Um mir selbst die Sache etwas unterhaltsamer zu gestalten dachte ich mir ich verzichte an dieser Stelle mal absichtlich auf die Glaskugel mit dem großen G, und führe stattdessen eine persönliche Erhebung durch. Repräsentativ musste sie natürlich sein, und einen Querschnitt durch die Gesellschaft abbilden. Also fragte ich meine Frau und meinen Sohn.

Meine Frau sagt: „Gruselfasching“

Mein Sohn sagt: „Gruseliges Fasching“

Da wird es doch schon kompliziert. Aber da wir alle gerne Recht haben einigten wir uns hier auf ein Unentschieden.

Da ich jetzt aber auch eine Meinung habe wollte reimte ich zusammen: „Wahrscheinlich ein ganz alter Brauch den die ganz alten Pilgerväter mit nach Deutschland gebracht haben. Damals als sie aus der ganz alten Welt in die alte Welt kamen, lange bevor sie in die neue Welt aufbrachen. Und weil sie nichts weiter hatten brachten sie den germanischen Stämmen einfach ein paar Kürbisse mit. Diese liefen dann in zeitgemäßen Lumpen um die Häus…nein, um die Lehmhütten, und verlangtem nach Gezuckertem. Und schon war die Tradition geboren“. Klingt doch noch nicht mal so weit hergeholt wie ich finde.

Eine Erwähnung im Zusammenhang mit solcherlei Wortspielen sollte hier allerdings noch Herr Bundespräsident i. R. Heinrich Lübke finden. Ihm wird ja bis heute angedichtet die Mutter aller englisch-deutschen Sprachwitze begründet zu haben als er auf einem Besuch bei der Queen entlud: „Equal goes it loose“. Wobei er eigentlich auf nichts anderes hindeuten wollte, als dass in Bälde ein Pferderennen beginne, es also „gleich losgehen“ würde. Dass er das allerdings wohl (leider) nie selbst gesagt hat, sondern ihm das vom Spiegel in den Mund geschoben wurde spielt im Nachgang wohl eher eine untergeordnete Rolle. Für mich zumindest.

Denn ich möchte einfach weiterhin glauben, dass jemand wie der Herr Präsident praktisch einen ganzen Industriezweig damit begründet hat, der heutzutage solcherlei Wort-für-Wort-Übersetzungen auf T-Shirts und Postkarten druckt, oder ganzen Facebook- und Instagram-Profilen ihr täglich Witz liefert. Stichwort: „you are a whole beautiful joke cookie“ – „du bis ein ganz schöner Scherzkeks“. Danke für das Kompliment.

Alles klar. Dann wäre das ja nun auch geklärt. Ich muss jetzt nach Österreich.

Hello Wien!

René

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