Wir können doch Freunde bleiben…

„No! No! No No No-No-No! No!“ – Chandler

Jetzt ist es passiert. Es hatte sich ja angekündigt. Und sein wir ehrlich, überraschend kam das Ende nicht. Wenn eine, bereits abgelaufene, Serie meint, dass sie nach nur 10 Staffeln vorbei wäre, dann ist sie das in der Regel auch. Spin-offs zur selben Sendezeit zählen hier nicht. Dass es dann am Ende tatsächlich ein Ende gab, das war vielmehr vorhersagbar. Was die Sache nicht weniger *korrektes Wort hier einsetzen* macht.

Gestern lief bei mir die letzte Folge der letzten Staffel von Friends.

Melancholie an

„Smelly cat, smel-ly cat. It’s not your fault“ – Phoebe

Leiser, aber hörbarer Seufzer des Friends-Freundes… so, fertig.

Melancholie aus

Damit genug der Dramatik. Und da ich offensichtlich noch in der Lage bin diese Zeilen zu schreiben habe ich mir zumindest die Frage selbst beantwortet, ob es ein Leben nach Friends gibt. Einen Tag ist es nun schon alt, dieses Leben. Ich hab mir mal den Spaß gemacht und nochmal durchgerechnet wie viel Zeit ich mit dem gucken-staunen-lachen-grübeln verbracht habe. Es waren ca. 230 mal die Rembrandts und 3,5 Tage reine Spieldauer insgesamt. Nicht schlecht. Das Gute im Nicht-Schlechten ist auch, dass es mir rein physisch wohl nicht möglich gewesen wäre das alles an einem Stück zu gucken. Das hätte wohl ersthaftere Abfärbungen auf mein Sein und Tun nach sich gezogen.

„How are you doin‘?“ – Joey

Hätte man, im Nachgang betrachtet, mit dem Ansehen gar nicht erst anfangen sollen? Das ist natürlich auch Quatsch. Etwas von vornherein nicht zu tun nur weil man die Konsequenzen und die Zeit danach fürchtet, ohne zu wissen was kommt, klingt doch in sich schon unlogisch. Aber soll ich jetzt Netflix gleich ganz kündigen, nur um nicht nochmal in Versuchung zu kommen? Haha, dafür ist es schon zu spät. Habe heute bereits die allererste Folge nochmal gesehen. Ein fast nahtloser Zeitsprung 10 Jahre zurück. Ein Zeitraum den ich, vorwärts gerechnet, in 3,5 Tagen und Rembrandt-begleitet überbrückt habe. Vielleicht habe ich somit, fast unbemerkt, die moderne Zeitreise erfunden. Aber ich schweife. Nur nicht durch die Zeit, sondern ab.

„I know!“ – Monica

Nun es ist aber auch nicht so, dass es gar nichts mehr zu dem Thema Friends geben würde, wird der Hype doch sehr aktiv weiter am Leben gehalten. So hält mich das Gesichtsbuch weiterhin darüber informiert wie oft Joey „How are you doin‘?“ in allen Folgen gesagt hat, ich kann mir, zugegeben witzige, Drehpannen ansehen, kann herausfinden was schlussendlich aus der Ente und dem Huhn geworden ist, oder wann der Schauspieler der immer hinter dem Pfeiler hinten rechts im Central Perk gesessen hat im echten Leben Geburtstag hat. „Happy Birthday, Statist 231“. Das ist doch was. Und circa 20 Millionen (!) Gesichtsbuch-Friends-Freunde denken das auch. So weiß ich wenigestens, dass ich nicht allein bin.

„You will never be alone, Honey“ – Rachel

Aber wenn ich nun dahin zurückkehre wo alles begann, werde ich so tun, als hätte ich das alles noch nie gesehen? Ach was, Chandler raucht heimlich? Monica war mal dick? Rachel sollte Kaffee vorzugsweise nur servieren statt auch zu kochen? Joey kann „Französisch“ sprechen und 1 Gallone Milch in 10 Sekunden trinken? Phoebe kann gar nicht Gitarre spielen? Ross ist Fan von deutschem Waschmittel?

„It’s Überweiss. It’s new. It’s German. It’s extra tough!“ – Ross

Ok, alles klar. Ich bin überzeugt und gebe den 10 Jahre jüngeren Freunden nochmal eine Chance. Denn trotz aller durch die Staffeln zunehmenden Professionalität des Sets, der Schauspieler, des eigentlichen Konzeptes, der Drehorte und der Möglichkeiten hat sich immer so etwas wie Ehrlichkeit in der Serie gehalten. Etwas echtes irgendwie. Ok, ich werde wohl zurückkommen. Mal sehen wie es dann wird. Zumindest werde ich mich und meine Abwesenheit dann erstmal entschuldigen.

„We were on a break“

Man wird mich verstehen.

René

3 Kommentare

    1. Das stimmt natürlich. Wobei ja gerade auch solche Formate genau damit spielen, und es Teil des Konzeptes ist. Und sich eben Friends auch an zahlreichen Klischees bedient hat, sie dabei aber nie zu weit gegangen sind, so dass es böse wurde. Das ist ein Teil des Charmes der Serie, und heute leider alltäglicher geworden ist. Sind halt tatsächlich seit dem Start der Serie schon 24 Jahre vergangen. Praktisch eine Generation.

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      1. Mit deinem Wissen über „Friends“ kann ich es hier nicht aufnehmen. Klar, es gibt Serien, die liefern immer wieder ambitioniertes Kino, also eine Kunstform, die eben nicht im Alltag und nicht zu Hause stattfindet.

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