Freitagsfragen #74 mit Mittwochs-Senf

Es hat eine Weile gebraucht bis ich mir selbst eingestanden habe, dass Freitagsfragen nur deshalb so heißen, weil sie am Freitag gestellt werden. Mit der Beantwortung hat das, zumindest in meinem Blog, recht wenig zu tun. Denn, let’s face it…vor Mittwoch passiert hier diesbezüglich gar nichts.

Nun ist Mittwoch. Zeit also für die vorhergegangenen Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog.

Hier mein Senf auf die kürzlichsten Fragen:

1.) Bist Du großzügig?

Das kommt, wie könnte es auch anders sein, darauf an. Mit Geld bin ich kontrolliert großzügig. Mit der zeitlichen Einteilung meines Tages bin ich sehr kontrolliert und wenig großzügig. Das muss ich auch sein, denn an einem normalen Tag hab ich schlicht und ergreifend immer ausreichend  zu tun. Sehr großzügig bin ich allerdings in der Regel wenn es darum geht, Leute um mich herum mit meiner Anwesenheit zu erfreuen. Da kann ich sehr ausführlich werden, und blende, so nötig, meine enge zeitliche Tagestaktung auch gerne einmal aus. Ich habe auch meist viel zu erzählen, und meine Lebenstheorien wollen ja auch alle kundgetan werden.

2.) Was würdest Du erforschen, hättest Du 5 Millionen Euro für eine Studie Deiner Wahl?

Die sich selbst beräumende Küche. Irgendwie ist in unserer Ehe mir diese Aufgabe zugefallen, so dass ich mich um diesen Winkel unserer Wohnung kümmere. Nicht unbedingt gerne, dafür regelmäßig. Im Großen und Ganzen sind die Aufgaben dort meist die selben, was die Angelegenheit daher wenig abwechslungsreich gestaltet. Frau und Kind zu mehr Eigeninitiative anzuhalten ist mir bis jetzt noch nicht geglückt. Warum auch, ich räume ja eh‘ dort auf. Beräumte sich die Küche nun von selbst (Arbeits- und Oberflächen, Herd von innen und außen usw.), ich gewönne mehr Zeit für die Entwicklung der sogenannten Sagrotan-Bombe, die Teil dieser vorgenannten Installation sein müsste. Nach Beräumung des Grobschmutzes würde diese Bombe einfach recht zentral in die Mitte der Küche gehangen, Zeitzünder ein, raus aus dem Raum…3…2…1…plöp…und die Küche wäre porentief durchgereinigt.

3.) Auf der Strecke irgendwo zwischen München und Berlin strandest Du. Du hast kein Auto, kein Telefon und kein Geld. Was tust Du?

Ich fragte mich zunächst was wohl MacGyver jetzt tun würde. Ich greife also in die Hosentasche und finde, zum Glück, mein Allzweckmesser, das ich stets und ständig bei mir trage. Logisch, es könnte ja jederzeit passieren, dass ich mal auf der Strecke zwischen Berlin und München strande. Ohne Auto, Geld oder Telefon, und mich frage müsse, was ich nun zu tun gedenke. Also bereite ich mir zunächst eine Mahlzeit aus frischer Fichtenrinde, Beeren, Bären und einheimischen Bananen zu. So gestärkt baute ich nun ein Floss welches ich auf der Elbe aussetze, um mich dann bis nach Hamburg treiben zu lassen. Dort suchte ich eine Bekannte auf, lieh ihr Telefon, um meine Frau in Berlin anzurufen und die qualvollen Stunden ohne meine Anwesenheit zu beenden. Sie würde mir Geld anweisen, und ich nähme den Zug zurück nach Berlin. Dort würde ich dann zunächst einmal das Messer nachschleifen, das wäre jetzt wohl nötig.

4.) Die Wahl der Qual: Sollten lieber Deine Freunde aus Schulzeiten oder Dein 16-Jähriges Ich wichtige Entscheidungen in Deinem Leben treffen?

Ich.

Immer Ich.

Denn wer kennt Ich besser als Ich? NIcht, dass Ich Freunden nIcht würde vertrauen wollen. Aber. Sein wir realistisch. Wenn Ich mir mIch so ansehe, circa 22 Jahre später, dann sehe Ich mit Stolz, dass Ich mIch schon als 16-Jähriger dergestalt auf mIch verlassen konnte, dass mein altvorderes Jung-Ich mein aktuelles Mittel-Alt-Ich gut gelenkt haben muss. Sonst wäre Ich ja heute nIcht da wo Ich heute bin. Und da bin Ich gut gefahren.  Klar, würde mein älteres Ich heute manche Dinge anders entscheiden als Ich es mit 16 getan habe. Aber vom damaligen Standpunkt aus betrachtet war es ja rIchtig. Natürlich unter BerücksIchtigung von Erfahrung, zur Verfügung stehenden Daten und Mangel an GesIchtsbehaarung. Aber da Ich rückblickend behaupten kann, dass Ich mehr rIchtige als falsche Entscheidungen im Leben getroffen habe, ist das ok für mIch.

So, das wäre es erstmal. Ich muss jetzt mal nach meinem Über-Ich Ausschau halten.

René

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