[ABC.Etüden 17.18.19] Der Berlinerick macht Urlaub am 1. Mai. Am Tag der Arbeit

Es ist Zeit. Zeit für Aufklärung und die Etüden. Während ich noch an genau diesem Zusammenhang bastel darf ich trotzdem festhalten, dass die Wörter für die Textwochen 17/18 des Schreibjahres 2019 von Agnes Podczeck kommen, die von Christiane wie immer mit Hingabe ermittelt wurden. Die Begriffe für die neue Runde lauten:

Kartoffel
anzüglich
bevormunden.

Es ist ja wahrlich nicht das erste Mal. Aber aufgefallen ist mir dieser kleine Widerspruch bis heute trotzdem noch nicht.

Denn da setzen wir „der Arbeit“ ein Denkmal und feiern die selbige. Und vor lauter genussvoller Feierarbeit machen wir an diesem Tag vor allem erst einmal eines – frei! Ist ja logisch. Urlaub am Tag der Arbeit.

Das Internet ist voll von Huldigung für und über die Arbeit. Naja, eher für die Zeit wenn sie unseren Wochendplan nicht mehr länger bevormundet. Irgendwie scheint die Zeit zwischen Montagmorgen bis Donnerstagabend einfach kurz vor unzumutbar. Freitag geht schon wieder, weil da ist ja praktisch schon wieder Wochenende.

So macht man konsequent anzügliche Witze über Montag und den kleinen Bruder des Montags, den Dienstag. Mittwoch ist immer Bergfest. Da ist das Gröbste geschafft, und von da an geht es ja nur noch bergauf Richtung ersehnter Ruhephase. Donnerstag ist schon fast Freitag, da beginnt man wieder zu hoffen.

Man kann sich ja des Eindruckes nicht erwehren, dass der stetig herannahende Montag mit all seinen peinigenden Folgetagen bei manchen Leuten ein Gefühl ähnlich einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt auslösen muss. Übellaune, Schweissausbrüche und unruhige Nächte von Sonntag auf Montag eingeschlossen.

Aber auch an diesem 1. Mai wird es Leute geben die während der Feierlichkeiten arbeiten müssen. Die Chaoten in Berlin-Kreuzberg zum Beispiel, die bestimmt wieder ein Festival der Nächstenliebe mit circa 5.000 Polizisten zelebrieren werden. Let’s face it – Kartoffeln werden die nicht werfen.

Und so darf der Berlinerick am Ende wieder zusammenfassen:

Der 1. Mai in Berlin? Tag der Arbeit!
Den feiern wir richtig. Vor allem mit Freizeit.
Das klingt nicht nur seltsam. Sogar paradox.
Doch Spass ist hier sicher wie die Bank in Fort Knox.
Und Polizei in Reserve steht auch schon bereit.

Frohen ArbeitsFeierTag. Ich geh dann jetzt Mittwöche zählen.

René

10 Kommentare

  1. Als ob den Tag irgendjemand feiern würde, wenn man dann doppelt so viel arbeiten dürfte!?! Es sei denn, natürlich, es würde auch doppelt so gut bezahlt 😁
    Aber ob wir das noch erleben?
    Schön, dass du dabei bist, hab einen entspannten Feiertag!
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 1 Person

  2. Und nochmal was zum Nachdenken:

    Am Tag der Arbeit darf man nicht arbeiten,
    am Tag der Seefahrt stoppt man die Gezeiten,
    am Tag des Berlinericks läßt man den Bär nicht raus,
    am Tag der Milchwirtschaft kommen sie ohne Melker aus,
    am Tag der Tage soll angeblich der Horizont sich weiten?

    Trotzdem: eine Berliner Weiße geht wohl?

    LG Werner

    Gefällt 2 Personen

    1. Berlin geht immer. Egal in welcher Form. Ob weiß, ob grün oder rot…ist ja nicht Karfreitag 🙂 Wann ist denn wohl offiziell der Tag der Milchwirtschaft? Auf jeden Fall aber vielen Dank für diesen Limerick. Super 😉

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  3. Und hier für Dich und die Berliner ein Zitat von Zille betreffend der Kartoffel: eine kleine Episode aus dem Wochenmarkt.

    „Was, das nennen Sie Saatkartoffeln? Die sind ja schon ganz breiig!“
    „Det is ja jrade det Schöne!“ ist die Antwort. „Wenn Se die in die Erde stecken, denn ernten Se Kartoffelpuffer!“

    Gefällt 2 Personen

    1. An dem Tag an den die Berliner um eine tolle Ausrede verlegen werden sollten wir uns tatsächlich anfangen Sorgen zu machen. Bis dahin ist doch alles gut. Danke für das Zitat 🙂

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