[ABC.Etüden 38/39.19] Anjeguckt: Per im Glück. Lief bei ihm…

Das schöne an den Etüden ist, dass sie mir und uns eine Plattform zum Ausprobieren bieten.

Daher will ich die Textwochen 38 + 39 nutzen und mal gucken was passiert, wenn ich einen kürzlich von mir gesehenen Film in Etüdenform zu rezensieren versuche. Ich weiß zu Beginn des Schreibens nicht wie sehr oder eben nicht mir sowas liegt oder gelingt. Und ob ich vor lauter Vorfreude überhaupt auf den Film zu sprechen kommen werde. Da ich dafür nur 300 Wörter zur Verfügung habe besteht wenigstens nicht die Gefahr, dass es quälend lang oder ausufernd wird.

Die Wörter zu diesem Experiment stiften Alice und ihr Blog Make a choice Alice, den Experimentalrahmen bietet wie immer Christiane. Die Begriffe lauten:

Roman
variabel
entlassen.

[Etüde an]

Es war einer der Filme die ich schon länger auf meiner „to guck“-Liste bei Netflix, ihn aber immer wieder überblättert hatte. „Per im Glück“ klang zwar verheißungsvoll, machte aber vielleicht auch nur Hoffnung auf eine märchenhafte Anlehnung an die deutsche Version mit dem Hans im selbigen.

Und noch dazu ein Film aus Dänemark, von wo bislang nur „Die Olsenbande“ und „In China essen sie Hunde“ Eingang in den Kinosaal meines Hirns fanden.

Der Film basiert auf dem Roman von Henrik Pontoppidan und ich lerne Peter-Alexander, kurz Per, kennen. Per ist jemand bei dem es mir in 2,5 Stunden nicht final gelungen ist mich zu entscheiden ob er einfach höchst integer ist, oder ob er den schmalen Grat zwischen seiner persönlichen Integrität und blind-beharrlicher Engstirnigkeit regelmäßig überschreitet.

Er schafft es im ersten Teil des Films sich durch Schläue, harte Arbeit und Begeisterungsfähigkeit einen Stuhl am Tisch der Oberschicht von Kopenhagen zu erarbeiten. Er lernt eine Frau kennen, erhält Zustimmung und Unterstützung für (s)ein Projekt. Läuft bei Per.

Irgendwann fängt er an Entscheidungen zu treffen die alles der Reihe nach umwerfen.

Schlüsselszene in dem Zusammenhang ist wohl als Per zur Realisierung seines Projektes nicht mehr hätte tun müssen als über seinen Schatten zu springen, und sich bei einem Mann zu entschuldigen wie er selbst kaum engstirniger und unflexibler hätte sein können.

Per bringt es nicht übers Herz. Dafür ist er geistig nicht variabel genug. Und so wird er entlassen. Von der Glückssträhne. Seinen Geldgebern. Seiner Vernunft. Lief mal bei Per.

Am Schluss kein happy End und keine Antwort auf die Frage: wie hätte ich in seiner Situation entschieden? Überdenken der eigenen Prinzipien zum größeren Wohle? Oder Festhalten an den selbigen um jeden Preis?

Ich sinniere noch.

[Etüde aus]

Lykke-René

 

 

12 Kommentare

    1. Danke für das Feedback. Ich war interessanterweise kurz vor der Fertigstellung schon dabei das komplett zu verwerfen. Aber dann habe ich irgendwie noch die Kurve gekriegt 🙂

      Danke für den Link, das Buch dahinter klingt interessant.

      Und nochmal Danke für gewünschte Reanimation des Berlinericks…du hast total Recht 🙂

      VG, René

      Gefällt 2 Personen

  1. Wenn Dänemark für dich die Olsenbande ist, dann bist du einer der wenigen, die Fräulein Smilla nicht gesehen oder gelesen haben? Schön, das war eine reichlich schräge Geschichte über underdogs und ich finde das Buch erheblich besser als den Film, aber – ich mein ja nur.
    Äh – ich werde den Film vermutlich eher nicht sehen, aber danke für den Versuch einer Filmkritik als Etüde, das hatten wir glaube ich auch noch nicht.
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 2 Personen

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