[ABC.Etüden 21.22.20] Küchenmagie – WTF

Die Etüden-Wörter a la Christiane stiftete Gerhard mit seinem Blog Kopf und Gestalt für die Textwochen 21/22 2020. Sie lauten:

Zeitplan
schlimm
fallen.

Diese Wörterkombination führte mich wieder in die Küche. Und zur Fortsetzung der Reihe:

WTF – What the Fehleinschätzung …

[Etüde an]

Glauben Sie an Küchenmagie? 

Ich persönlich tue das nicht. Bin aber sicher, dass es hier und da Leute gibt, die das tun.

Wie sich das äußert, fragen Sie? Hier ein Beispiel:

Stellen Sie sich vor es ist Frühstück, das ist an sich nicht weiter schlimm. Nach einem solchen gilt es das heimische Porzellan erneut in den sauberen Ausgangszustand zu überführen.

Und da kommen wir zu der alles entscheidenden Frage:

Wie entsteht eigentlich sauberes Geschirr?

Manche Leute denken vielleicht, dass hier Küchenmagie wirkt. Dass alleine das Verbringen des schmutzigen Geschirrs in die Küche verursacht, dass es sauber wird, und durch Sauberhand in vielleicht ein oder zwei Tagen wieder verwendbar in Schrank oder Regal aufzufinden ist. Dabei ist egal, wo es schmutzig abgestellt wird. In der Spüle. Auf der Arbeitsplatte. Notfalls im Kühlschrank falls woanders klein Platz ist. Gerne auch AUF, auf gar keinen Fall aber IN DER Geschirrspülmaschine. Dieses scheint also als Grundregel bekannt zu sein, und wird daher konsequent befolgt: niemals IN DIE Maschine. Warum auch?

Daher denken manche Hobbymagier vielleicht, dass das Geschirr nach einem, vom Universum festgelegten, Zeitplan in den Geschirrspüler fliegt. Sich dort der porentiefen Reinigung unterzieht. Nach erfolgreicher Waschung aus eben dieser selbständig herausgleitet. Und abschließend sanft in die Regale fallen kann. Eigenständig versteht sich natürlich. Ohne jegliche Zuhilfenahme menschlicher Hände.

Aber nein, werte Magiefreunde, Küchenkoboldfanatiker und Heinzelmännchenanbeter. Leider weit gefehlt. Da legt tatsächlich jemand Hand an, legt das Geschirr in die Maschine ein. Schaltet sie an. Und verräumt danach die gesäuberten Teller in die Schränke.

So funktioniert das.

Klingt neu. Vielleicht etwas ungewohnt sogar. Ich weiß. Aber isso.

Und die Moral von der Geschicht‘ – glaub an Küchenmagier nicht 🙂

[Etüde aus]

René

 

11 Kommentare

  1. Lass mich raten, wer bei euch Geschirr in die Maschine räumt …
    Und ehrlich gesagt habe ich mir Küchenmagie immer anders vorgestellt. Irgendwie … magischer … 😉👍
    Liebe Grüße, schönen Abend dir!
    Christiane 😁🍷👍

    Gefällt 1 Person

    1. Kann man es doch so deutlich herauslesen, ja? Ich hatte am Ende zunächst noch einen Satz im Sinne von „das musste mal raus „. Den habe ich dann doch aber gestrichen. Klang nach zu viel dickem Hals 🙂

      Dir auch einen schönen Abend,
      René

      Gefällt 1 Person

  2. Da sieht man mal wieder, wie wenig man heutzutage noch in der Schule lernt. Und der alte Spruch gilt wohl auch nicht mehr: „Du lernst nicht für die Schule, sondern für das Leben!“ Das Leben pulsiert doch hauptsächlich in den Küchen: Zuhause in der gemütlichen Essecke, in der Firma und im Amt in der Teeküche, mittags in der Kantinenküche, Abends beim Türken oder in der Bratwurstbude, da spricht man noch miteinander und neben der sprachlichen Hygiene kommt es da auch auf die Sauberkeit von Tisch und Geschirr an. Das kann man doch wohl alles noch einmal im Präsenzunterricht den Kindern beibringen, bevor man sie ins Leben entlässt. Aber dafür dazu sind sich die Herren Gymnasiallehrer und Uni-Professoren wohl zu schade!

    Gefällt 1 Person

    1. Das ist leider richtig. Und ich weiß nicht, warum Hauswirtschafts- und Geschirrspülermaschinenlehre kein Pflichtfach (mehr) ist. Aber vielleicht haben die Herren Professoren da selber einen schwachen Punkt 🙂 Den Ausdruck „sprachliche Hygiene“ finde ich übrigens auch sehr gelungen 🙂

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